Flussreise mit der MS Alina

Keukenhof Hartmut Abel

Hartmut Abel – Reiseteilnehmer

 

Es war eine Premiere, die Flussreisefahrt mit der MS Alina. 22 Leser der GN und der NOZ hatten auf Flüssen und Kanälen einen anschaulichen Einblick in unser westliches Nachbarland.

Von Hartmut Abel

„Holland, das sind Wasser, Wind und Windmühlen“, so Ria Scherpenissen, die als zweiter Kapitän die Gäste begrüßte. Damit werden einerseits herkömmliche Klischees bedient, andererseits bildeten Wasser  und Wind die Grundlage für den Reichtum der Niederlande. Davon konnten sich die 22 Reisenden der „Grafschafter Nachrichten“ und der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ während der einwöchigen Flussreisefahrt, die von Köln aus bis ins belgische Antwerpen führte, überzeugen.

Beispielhaft Hoorn, die frühere Hauptstadt Westfrieslands. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Zeit des Aufblühens. In Horn befanden sich die Kammern der Vereinigten-Ostindischen-Kompanie (1602-1798) und der Westindischen-Kompanie (1621-1792). Davon zeugen heute noch die prächtigen Häuser, die den Reichtum des malerischen Städtchens während des „Goldenen Zeitalters“ der Niederlande widerspiegeln. Horn war auch Ausgangspunkt bedeutender niederländischer Entdecker und Seefahrer. So segelte Willem Schouten (1580-1625) um die Südspitze Südafrikas und benannte diese nach seiner Heimatstadt. „Kap Hoorn“.

Mit dem Ende des 80-jährigen Krieges erklomm Amsterdam seinen Zenit des „Goldenen Zeitalters“. Die Stadt entwickelte sich zum Zentrum des Welthandels mit globalem Handelsnetz. Die einstündige Grachtenrundfahrt führte besonders in der Herrengracht, wo die Reeder und die einflussreichsten Familien wohnten, den unermesslichen Reichtum vor Augen. Hier übertrumpften sich die reichen Kaufleute gegenseitig im Bau der großzügigen Wohnhäuser, der kunstvollen Giebel und der eindrucksvollen Treppenaufgänge.

Das Land war ursprünglich nichts als Torf und salzige Marsch, aber die fleißigen Holländer verwandelten es im Kampf mit der Natur in Gold. Die große Flutkatastrophe am 13. und 14. Januar 1916 gab den endgültigen Ausschlag, in einem gewaltigen Kraftakt den Abschlussdeich zu bauen. Ziel war die Trennung der flachen Zuidersee von der Nordsee und damit die Verbessrung des Hochwasserschutzes. Zugleich sollte Neuland durch den Bau von Poldern im neu entstandenen Ijsselmeer gewonnen werde.

Wenn der niederländische Kapitän den Vornamen „Jan“ hat, dann ist es nicht verwunderlich, dass Crewmitglieder Genever und Matjeshappen reichten. Eine nette Geste, sie geschah vor einem typisch holländischen Landschaftsbild. Die Passagiere hatten dabei den Blick auf das eingedeichte Marschland zwischen den Flüssen Lek und Noord , wo 19 Windmühlen in Reih und Glied an einem Abflusskanal stehen, der den Polder entwässert.

Und damit schließt sich der Kreis, wenn man sich an die Begrüßungsworte von Ria Scherpenissen erinnert. Auf fast 1100 Flusskilometern ließen sich die GN- und NOZ-Leser von der Crew, die sich aus 13 Nationen zusammensetzte, verwöhnen. Erwähnenswert noch: ein Bus begleitete die Reisegruppe und ermöglichte so den Besuch des Keukenhofes und der Porzellanmanufaktur in Delft sowie der flandrischen Städte Brügge und Gent. Insgesamt eine erlebnisreiche und gelungene Premiere.

Foto: Hartmut Abel GN- und NOZ-Gruppe in Medemblick